Arno Hartmann - Workshop 6


Manchmal reicht uns ein einziger Blickwinkel nicht aus:

wir stehen mitten auf einem wunderschönen Platz, in einem historischen Burghof oder in einem interessanten Raum und möchten einfach mehr darstellen, als es in einer einzigen Perspektive möglich wäre.

Hierfür bietet sich eine zylindrische 360°-Panoramaperspektive an.

Mit ihr können wir alles auf einmal abbilden (und mit entsprechenden Apps sogar als interaktiven Rundumblick erlebbar machen).

 

Im Workshop wird Schritt für Schritt gezeigt, wie man eine solche Panoramaperspektive erstellt:

Zunächst frischen wir nochmal die Grundkenntnisse des Perspektivzeichnens auf: Horizont, Fluchtpunkte und -linien, Zentral- und Zweifluchtperspektive. Dann zeichnen wir die Grundkonstruktion der Panoramaperspektive aus 5 Fluchtpunkten mit ihren gekrümmten Verbindungslinien. Zur Vorbereitung unserer 360°-Zeichnung machen wir uns den Grundriss unserer Location klar. Schließlich ermitteln wir die Größen und Proportionen naher und ferner Objekte und zeichnen sie in unsere Grundkonstruktion ein.

Am Ende erhalten wir ein Gesamtbild des Eutiner Schlosshofs als perspektivische Rundumzeichnung.





Unser Interview mit Arno Hartmann:


 

Moin Arno,

im Vergleich zu allen anderen Dozenten zeichnet Dich ja aus, dass Du im letzten Herbst schon mal in Eutin gewesen bist,

um hier einen Workshop zum Thema Perspektive rund ums Schloss gegeben.

Du selber kommst ja aus Köln und bist dort täglich von historischen Gebäuden umgeben. Wie hat Dir Eutin gefallen?

Eutin finde ich richtig idyllisch, mit einer hübschen kleinen Altstadt und einigen besonders

reizvollen Motiven. Besonders angetan war ich natürlich vom Schloss und dem Schlosspark am See.

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Hast Du ein Gebäude in Eutin entdeckt, das Du auf jeden Fall noch für Dich selbst zeichnen möchtest?

Rund ums Schloss und im Schlosshof gibt es einige Blickwinkel, die ich mir auf jeden Fall

vorgenommen habe zu zeichnen. Und den Wasserturm. Und im Schlosspark den Monopteros. Und, und, und :-)

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Was war als Kind Deine Lieblingszeichentrickserie?

Hmm, gar nicht so einfach … kann ich auch drei nennen? Das wären dann Wickie, Sindbad und

Captain Future. Obwohl ich da die Handlung nie verstanden habe ;-)

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Beruflich unterrichtest Du ja unter anderem Architekturstudenten im Zeichnen von Perspektiven.

Was unterscheidet denn Urban Sketcher von Architekturstudenten?

Das Tolle bei Urban Sketchern ist, dass sie unheimlich begeisterungsfähig und wissbegierig

sind, weil Zeichnen für sie ja kein Pflichtfach ist, sondern eine Passion. Das trifft an der Uni leider nicht

auf alle zu, da geht es manchmal nur um die Note und was man maximal dafür tun muss. Das macht Studierende

oft sehr zielstrebig beim Erledigen einer gestellten Aufgabe, aber Urban Sketcher überraschen dafür mit

ihrer individuellen Kreativität und ihrer Experimentierfreude bei Techniken und Materialien.

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Wo zeichnest in der Regel? Eher allein oder in der Gruppe?

Unsere Düsseldorf-Kölner Gruppe trifft sich ein- bis zweimal im Monat, um zusammen zu zeichnen.

Außerdem gibt es in beiden Städten USk-Stammtische. Dazwischen zeichne ich meistens allein und zusammen mit einer Freundin.

Ab und zu fahren wir auch mal zu dritt oder viert für ein paar Tage ins Rheintal, an die Lahn oder ins Weserbergland zum gemeinsamen Zeichnen.

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Gibt es auch Dinge, die beim Zeichnen nerven?

Wenn zu wenig Zeit ist, oder wenn ich aufhören muss, weil es anfängt zu regnen. Alles andere

(Lärm, Hunger, Insekten, mitteilungsbedürftige Passanten usw.) kann ich ganz gut aushalten/ausblenden.

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Die genauen Workshop-Themen stehen ja noch nicht ganz fest.

Aber trotzdem, was können die Teilnehmer von Dir lernen, die per Los in Deinem Workshop landen?

Es wird auf jeden Fall um Perspektive gehen. Viele, die bisher mit Perspektive auf Kriegsfuß

standen, suchen einen leichten und intuitiven Einstieg ins räumliche Zeichnen. Den möchte ich ermöglichen.

Vielleicht biete ich auch für die Fortgeschrittenen nochmal den 360° Panoramakurs an.

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Möchtest Du den Teilnehmern noch etwas mit auf den Weg geben?

Was sollte jeder auf jeden Fall in seine Zeichentasche packen?

Ein Bleistift (HB oder B) und eine feste Unterlage unter dem Zeichenpapier bzw. Zeichenbuch

genügen fürs Perspektivzeichnen eigentlich. Wer möchte, kann aber auch Fineliner, Marker und Aquarellfarben

einsetzen. Da Perspektivzeichnungen auch mal länger dauern können, empfiehlt sich ein kleiner Zeichenhocker,

Klappstuhl oder Sitzrucksack.

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Arno, vielen Dank fürs Interview. Wir sehen uns spätestens am 1.-3.9.2017 in Eutin

Vielen Dank für das Interesse und dass ich wieder dabei sein kann beim dritten

USk-Deutschland-Treffen in Eutin!

(Das Interview führte Kai M. Schluck)

 

Weitere Infos zu Arno Hartmann findet Ihr im Internet:

www.arnohartmann.de

www.flickr.com/photos/namtra